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Wassersport Akademie

Die Seekarte (Teil 1) Navigationskurs für Einsteiger

Ein erster, vorsichtiger Blick ...

Die Seekarte

Es gibt unzählige verschiedene Karten: Autokarten, Wanderkarten, Radwanderkarten, Wasserwanderkarten ... Und jeder hat Karten für seinen ganz speziellen Zweck. Die Autokarten zeigen die Straßen und vernachlässigen die Radwege, die Radwanderkarten zeigen die Radwege und vernachlässigen andere Informationen.

Und wir haben unsere Seekarte. Auch sie zeigt ganz spezielle Informationen. Deshalb ist sie für dich wahrscheinlich erst mal ziemlich ... nun, ... ungewohnt. Aber das ändern wir jetzt.

Was ist wichtig? Was nicht?

Auch wenn es nur eine Übungskarte ist: Diese Karte ist eine "vollwertige Seekarte", wie du sie auch später sehen wirst, wenn du dich mit der Karten-Navigation befassen willst. Demzufolge hat sie natürlich auch eine ganze Reihe an Informationen, die wir in der Prüfung NICHT brauchen.

Gucken wir uns deshalb mal an, was wir eigentlich überhaupt brauchen:

Das Allerwichtigste für uns ist: Unser Boot braucht als natürliche Umgebung Wasser. Je flacher es ist, desto unwohler fühlen wir uns. Denn keiner von uns hat Lust, über einen Stein oder ein Riff zu kacheln oder im Boden steckenzubleiben.

Und deshalb ist die Karte so farbenfroh bemalt: Je blauer die Farbe, desto flacher das Wasser. Grün bedeutet, dass das Wasser bei Niedrigwasser sogar ganz weg sein kann. Und Gelb bedeutet ... yep, genau! ... Land! (Weil das aber auf dem Wasser eher nebenrangig ist, gibt's da auch nur wenige Informationen. Keine Restaurants, keine Kneipen ... nicht einmal Straßen sind eingezeichnet.)

Die Seekarte

Der Haupt-Zweck? Rausbekommen, wo wir gerade sind!

Schon wenn wir uns nur runde 5 km vom Ufer entfernen, sieht unsere Welt so aus, wie auf dem Bild:

In welche Richtung liegt das Land?

Und zwar: Rundherum. Volle 360 Grad. In jede beliebige Richtung. Alles sieht gleich aus. Wellen, Wind, Wolken ... und sonst nix. Und uns schießt eine Fragen durch den Kopf:

Wo, verdammt noch mal, ist das Land?
In welche Richtung müssen wir fahren, um nach Hause zu kommen?

Jetzt muss die Seekarte her. Ob wir wollen oder nicht. Die einzige Alternative wäre: »Irgendeine Richtung. Dann immer geradeaus. Bis der Kies unter dem Kiel knirscht.« Hat Kolumbus auch schon mal gemacht. Hat funktioniert. Brachte ihn allerdings runde 6.000 km von zu Hause weg...

Vielleicht doch nicht der beste Plan, oder?!

Auf der Karte haben wir unsere Position eingezeichnet. Jetzt ist es einfach, nicht wahr?! Wir brauchen nur in Richtung Süden, Osten oder Süd-Osten fahren. Und - zack! - schon sind wir in kurzer Zeit an Land. Wir können sogar ausrechnen, ob es sich lohnt, vorher noch Mittag zu kochen, oder ob wir in der Gaststätte essen gehen können.

In welche Richtung liegt das Land?

Position & Richtung - mehr brauchen wir nicht

Gefahrentonne

Und damit haben wir unseren Zweck endlich gefunden:

Position & Richtung

Position = "Wo sind wir?" und Richtung = "Wo müssen wir hinfahren?"

Diese beiden Dinge sind das Allerwichtigste. Und diese beiden Dinge werden in den Navigations-Aufgaben immer und immer wieder von uns abgefragt:

Wo sind wird?
Und in welche Richtung müssen wir fahren?

Einige wenige Aufgaben fragen auch noch nach anderen Dingen. Aber die können wir nebenbei aufwischen, wenn sie dran sind.

Nur eine Sache noch...

An Land haben wir "Orientierungsmarken". Für Autofahrer eine Straßen-Nummer (B 105, A 20); für Wanderer ist das ein Baum oder ein Berg; und für uns ist das ein "Baum-Ersatz":

Tonnen

Sobald wir so eine Tonne auf dem Wasser gefunden haben, können wir in der Karte nachschauen, wo sie eingezeichnet ist. Genau da befinden wir uns dann gerade.

Insofern: Tonnen sind neben Positionen und Richtungen auch noch interessant. Allerdings ist der Umgang damit in der Prüfung so leicht, dass wir uns das an anderer Stelle genauer anschauen werden.

In welche Richtung liegt das Land?

Zusammenfassung

In diesem Abschnitt haben wir einen ersten, vorsichtigen Blick auf die Karte geworfen und festgestellt: Sie mag ungewöhnlich aussehen, aber sie ist ziemlich praktisch für unsere Zwecke.

  • Position bestimmen

    Wir brauchen sie, um unsere Position bestimmen zu können.

  • Kurs-Richtung bestimmen

    Wir brauchen sie, um die Richtung, in die wir fahren wollen, bestimmen zu können.

  • Tonnen erkennen

    Wenn wir auf dem Wasser über eine Tonne stolpern, dann können wir in der Karte nachschauen, wo diese Tonne ist. Sobald wir sie gefunden haben, wissen wir auch: »Guck! Da sind wir gerade!«

Das kann man sich alles leicht merken, nicht wahr?!

Wenn du bereit bist, können wir mit dem zweiten Teil zur Seekarte weitermachen.

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