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»Position? Licht? - Geht's noch?!« Lernhilfe Positionslichter - Sportbootführerschein See

Auch wenn du es bisher noch nie so gesehen hast: Auch auf der Straße haben wir Positionslichter.

Wenn du weißes Licht siehst, weißt du: »Aha, der kommt mir entgegen.« Wenn du rote Lichter siehst, weißt du: »Alles klar: Der fährt vor mir her.« Und wenn du gelbe Lichter aufblitzen siehst, weißt du ... Was? ... »Scheiße geblitzt!«? ... Nein, das war am Tag. Nachts blitzen die Dinger rot. Wenn du also gelbes Blitzlicht blinken siehst, weißt du: »Yep, ich sehe es: Der da vorn will abbiegen.«

Auf dem Wasser machen wir das ähnlich. Allerdings haben wir es weiterentwickelt und können mit den Lichtern nicht nur die "Straßen-Beleuchtung der Autos" nachbasteln, sondern sogar noch genauere Informationen anzeigen können. ... Na? Neugierig geworden? Lass uns mal gucken, wie wir das auf dem Wasser machen...

Positionslichter auf der Straße
Positions-Lichter auf der Straße...

Licht an! - Licht aus!

Beginnen wir gleich mal mit einem wichtigen Unterschied zur Straße. Die Straßenverkehrsordnung sagt - Wir erinnern uns natürlich sofort lebhaft, nicht wahr?! - im § 17 ganz klar:

»Während der Dämmerung, bei Dunkelheit oder wenn die Sichtverhältnisse es sonst erfordern, sind die vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen zu benutzen.«

Übersetzt heißt das so viel wie: »Mach's Licht an. Oder lass es aus. Who cares?!« Denn weder "Dämmerung" noch andere Begriffe sind eindeutig beschrieben. Im Zweifel gewinnt also der bessere Anwalt.

Sonnen-Untergang? Licht an!

Auf dem Wasser sehen wir das sehr, sehr verkniffen. Da heißt es ganz klar und unzweifelhaft in der Regel 20 der Kollisionsverhütungsregeln (KVR):

»Die Regeln über Lichter müssen zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang befolgt werden; während dieser Zeit dürfen keine Lichter geführt oder gezeigt werden, die mit den in diesen Regeln genannten Lichtern verwechselt werden können, deren Sichtbarkeit oder Unterscheidungsmöglichkeit beeinträchtigen oder den gehörigen Ausguck behindern.«

Und das meinen die wirklich ernst: In dem Augenblick, wo die Sonne untergeht, MÜSSEN die Lichter an sein. (Du darfst sie selbstverständlich auch vorher schon anmachen, aber dann MÜSSEN sie an sein.)

Sonnenuntergang - Licht an!

Sonnen-Aufgang? Licht aus! Vielleicht. Wenn du willst.

Und in der Sekunde, in der die Sonne aufgeht, DÜRFEN die Lichter ausgemacht werden. Nicht eine Sekunde vorher. Du kannst sie dann natürlich noch an lassen; du darfst sie nur nicht früher ausmachen.

Tatsächlich gehen wir auf dem Wasser sogar so weit, dass, wenn man die Sonne nicht sieht, weil es zu stark bewölkt ist, der "offizielle Sonnenunter- bzw. -aufgang" (aus dem Wetterbericht) maßgeblich ist...

Leicht zu merken

... zwischen Sonnen-Untergang und Sonnen-Aufgang
& außerdem: bei "unsichtigem Wetter" (also bei Nebel, starkem Regen, etc.)...

Über welche Lichter reden wir überhaupt?

Auch bei dieser Frage unterscheiden wir uns von der Straße. Aus gutem Grund, wie wir weiter unten noch sehen werden. Aber erst mal: Irritierend fremdartig!

Das Auto hat klare Lichter. IMMER weiß nach vorn, rot nach hinten und rundherum noch ein paar gelbe Blinklicher, so dass man sie von allen Seiten sehen kann.

Das reicht auch völlig aus, denn wir bewegen uns (normalerweise) auf Straßen. Da kommt nur selten plötzlich jemand von der Seite aus dem Gebüsch geschossen...

Typische Beleuchtung am Auto
Typische Lichter am Boot

Am Boot sieht's jetzt nicht soooo anders aus...

Und - ob du es glaubst oder nicht - am Boot sieht's fast genauso aus. Nur eben völlig anders.

Da wir kein Licht nach vorn brauchen (da ist sowieso in 99,99% der Fälle nur Wasser), kennzeichnen wir lieber die Seiten unseres Bootes mit den drei Grundfarben (Rot, Grün & Weiß).

  • Rotes Licht an der linken Seite (= Backbord-Seite).
  • Grünes Licht an der rechten Seite (= Steuerbord-Seite).
  • Weißes Licht nach hinten.

Lern-Tipp Backbord ist die Seite des Gesichts, die nach einer Backpfeife rot wird. ... Jedenfalls, wenn du sie von einem Rechtshänder bekommst.

Zusammen ergibt das ein buntes Rundum-Licht. Denn auf dem Wasser kann jederzeit aus jeder beliebigen Richtung ein Feind kommen. Und der sollte uns sehen, bevor er direkten Kontakt mit unserem Boot aufnimmt.

... da wäre noch das »Dampferlicht« für Motorboote

Nun haben wir in den Vorfahrtsregeln ja gelernt, dass Segler zu den Schwachen gehören. Vor allem deshalb, weil sie nur sehr begrenzt ausweichen können. (Segler können nur so ausweichen, wie es ihnen der Wind erlaubt. Jedenfalls solange sie segeln.)

Das gilt jedoch nicht für Motorboote. Die können jederzeit in jede beliebige Richtung ausweichen. Und deshalb wollen wir sie natürlich auch bei Nacht voneinander unterscheiden können; die Segler und die Motorboote...

Und dazu hat uns der Lichter-Gott das sogenannte "Dampfer-Licht" gegeben. Weil aber hinten rum schon alles hell beleuchtet ist, bleibt nicht viel Platz: Wir beleuchten parallel die rote und grüne Seite, indem wir das weiße Dampfer-Licht in die gleiche Richtung scheinen lassen.

Das Dampfer-Licht machen alle an, die mit dem Motor unterwegs sind. Auch Segler, wenn sie den Motor gestartet haben.

Dieses Licht soll nicht das Wasser beleuchten, sondern Leuten, die von vorn oder von der Seite kommen, zeigen, dass wir auf einem Motorboot fahren und folglich auch wie ein Motorboot ausweichen müssen. (... also vor allen, die kein Motorboot sind. Und vor allen Motorbooten, die von rechts kommen obendrein.)

Typische Beleuchtung am Motorboot

Schwieriger wird's nicht ... jetzt kommen die einfachen Sachen

Einfache Beleuchtung am Boot

Soweit waren das die typischen Positionslichter, wie wir ihnen auf dem Wasser immer wieder begegnen. Und damit die kleinen Segelboote und Ruderboote es nicht so schwer haben (Lampen verbrauchen schließlich Strom, und den muss man mitschleppen), bekommen sie ein paar Erleichterungen für ihre Positionslichter.

Wenn du mal ein Boot siehst, das hinten gar kein Licht hat, dann ist das ein Segelboot. Oder ein Ruderboot.

Prüfungs-Tipp Zu den "einfachen" Lichtern gibt es in der Prüfung nur sehr wenige Fragen. Das musst du also nur "nebenbei" lernen. Außerdem kannst du diese Fragen mit dem "Ausschluss-Verfahren" lösen, wenn du die "normalen" Positionslichter kennst.

Notbeleuchtung

Und wenn mal gar nix geht, weil der Strom alle oder ausgefallen ist, oder weil dein Boot gar keine fest eingebauten Lichter hat, dann gibt's auch noch eine vorgeschriebene Notbeleuchtung:

In diesem Fall sollst du den Feind mit einer Taschenlampe blenden. Kein Scherz! Wenn du auf so einem Boot (also beispielsweise als Angler auf einem Ruderboot); und du hörst, wie sich jemand an dich heranschleichen will, um dich zu überfahren, dann sollst du die Taschenlampe nehmen und ihm ins Gesicht leuchten. ... Immer in der Hoffnung, dass er sich fürchterlich erschreckt und vor dir ausweicht.

Einfache Beleuchtung am Boot
Einfache Beleuchtung am Boot

Schiffe ab 100 Meter Länge

Tja, und dann gibt's da noch eine letzte Lichter-Regel; nämlich für die großen Schiffe.

Wenn du eines Tages (und das wird dir passieren, ob du willst oder nicht), ein rotes oder grünes Positionslicht und zwei Dampfer-Lichter auf dich zukommen siehst, dann liegt das nicht an deiner Brille. Vielmehr ist das ein Schiff, das anzeigt:

»Meiner ist mindestens 100 Meter lang.«

Warum veranstalten wir diesen Lichter-Zirkus? Weihnachten kann wohl kaum der Grund sein, oder?!

Nun fragt sich der geneigte Leser im Angesicht all der wunderlichen bunten Lichter:

»Und wofür den ganzen Aufwand mit der Disco-Beleuchtung?
Reicht es nicht, gesehen zu werden?
Wäre also nicht ein weißes Rundum-Licht völlig ausreichend?
«.

Immerhin ist es auf dem Wasser stockdunkel. Da reicht es doch vollkommen aus, wenn ein Licht herumschwimmt, und wir wissen sofort, dass da irgendwas sein muss, oder?!

Die Antwort darauf ist genauso glasklar und bestechend:

»Auch bei Nacht gelten die Vorfahrtsregeln.
Und wir können nicht erst auf 3 Meter ranfahren,
um zu beäugen oder persönlich nachzufragen, wer Vorfahrt hat.
«

Und diese Anordnung der Lichter - übrigens auch diese komischen Leucht-Richtungs-Winkel der Lichter - helfen uns, schon aus großer Entfernung zu erkennen, wer Kurshalte-Pflicht hat, und wer demzufolge seinen Kurs ändern muss.

Zusammenfassung und Lern-Tipps

Hör auf zu heulen! ... Früher mussten die Leute für die Prüfung noch die Winkel der Lichter lernen. 135° fürs hintere weiße Licht und jeweils 112,5° für die roten und grünen Lichter. Außerdem mussten die Leute früher auch noch 2 weitere Positions-Lichter-Varianten lernen.

All das bleibt dir jetzt erspart. Also freue dich lieber! Abgesehen davon ist es gar nicht soooo schwer zu lernen:

  • Links (Backbord) = Rot
  • Rechts (Steuerbord) = Grün
  • Hinten = Weiß
  • Dampfer (also Motorboote und Segelboote unter Motor) = vorne zusätzlich auch weiß

Prüfungs-Tipp Wenn du das drauf hast, dann kannst du 80% aller Positionslichter-Prüfungsfragen sicher beantworten.

Wenn du dazu noch die "einfachen Positions-Lichter" lernst; also:

  • Ruderboote und Segelboote dürfen auf das Licht hinten verzichten
  • Ruderboote dürfen sogar nur ein einziges weißes Rundumlicht nutzen
  • Im Notfall benutze ich eine Taschenlampe

dann kannst du auch schon alle Positionslichter-Prüfungsfragen richtig beantworten. Geht doch, oder?!

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