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Wassersport Akademie

Warum wir Kommandos wiederholen Tipps & Tricks zur Praxis auf dem Wasser

In der Prüfung wird von uns erwartet, dass wir unseren Job als Skipper ernst nehmen. Ein wesentlicher Teil der Arbeit des Skippers ist es, sicherzustellen, dass sich niemand verletzt. Nicht nur, weil du "als Chef" sowieso in der Haftung bist, sondern vor allem, weil dir die Gesundheit und das Leben der dir anvertrauten Leute wichtig sind, nicht wahr?!

Ein wichtiger Teil dieser "Sicherheits-Dingens" ist dabei, dass immer alle Leute wissen, was gleich passieren wird. Zum Einen, um gegebenenfalls aus dem Weg gehen zu können. Zum Anderen aber auch, damit die Manöver auch dann funktionieren, wenn du sie nicht allein ausführen kannst. (Beispielsweise beim Anlegen, beim Ablegen oder beim Mann-über-Bord-Manöver)

Prüfungs-Tipp Die Prüfer sind oft noch von der "alten Schule". Diese Old-Schooler sind es seit Jahrzehnten gewohnt, dass ihre Kommandos wiederholt werden. Und sie werden nervös, wenn das nicht geschieht. ... Warum sollten wir sie jetzt nervös machen wollen?

»Sicherheit is all you need«

Wassersport ist ein ziemlich gefährliches Hobby. In praktisch jeder Sekunde kann irgendwas gesundheits- oder sogar lebensbedrohliches passieren.

Deshalb sind wir wirklich ernsthaft bemüht, alle Gefahrenquellen möglichst ganz auszuschließen. So ganz funktioniert das einfach nicht: Du musst die Finger in die Seile stecken, du musst das Boot mit den Händen festhalten; ... und so ein Großbaum kann dir zwar dicke Beulen am Kopf machen, aber er wird eben auch zum Segeln gebraucht...

Die Crew funktioniert wie die Finger an einer Hand

Die meisten Manöver an Bord (Anlegen, Ablegen, MoB, und viele, viele andere) erfordert die Zusammenarbeit der Crew. Manchmal sind nur zwei Leute erforderlich, manchmal sind es drei, vier oder sogar noch mehr Leute. Und alle müssen gemeinsam am gleichen Ziel arbeiten.

Das funktioniert nur, wenn auch alle wissen, was gerade unser Ziel ist...

»Häää? ... Was? .... Hast du was gesagt?«

Nun stellen wir uns mal vor, wir wären an Bord eines Schiffes: Die Wellen schlagen an das Boot, der Wind pfeift im Gebälk ... es gibt jede Menge Nebengeräusche, die Kommunikation nicht gerade erleichtert.

Und dann sind die Leute noch auf dem Boot verteilt. Auf einem 4-Meter-Boot ist das nicht sonderlich tragisch; da kann man sich einfach gegenseitig anstoßen. Aber auf einem 15-Meter-Boot (und ja, solche Boote darfst du mit dem Sportbootführerschein fahren) wird das schon schwieriger.

Ganz besonders, wenn du hinten am Ruder stehst, und jemanden ganz vorn an der Spitze fernsteuern willst. Noch dazu gegen den Wind. Und wenn der Typ dir den Rücken zudreht, weil er sich auf seine Aufgabe (beispielsweise beim Anlegen) konzentriert...

Eine Dose ist eine Hose ist eine Rose...

Und als ob all das noch nicht genug wäre: ... Du kennst das Kinderspiel "Stille Post"? Du flüsterst deinem Nachbarn etwas ins Ohr. Der dreht sich zu seinem nächsten Nebenmann um und flüstert ihm ins Ohr, was er von dir gehört zu haben glaubt. ... Schon bei der zweiten, dritten oder vierten Weitergabe wird daraus ganz schnell

»Dose« ... »Hose« ... »Rose« ...

Das wäre ziemlich unangenehm, wenn es uns bei Kommandos passieren würde, nicht wahr?! Deine Crew versteht nicht oder eben einfach nicht ganz genau, was du sagst...

... und deshalb wiederholen wir alle Kommandos

Um also sicher zu gehen, dass

  • alle das Kommando gehört haben
  • alle das Kommando richtig verstanden haben

wiederholen wir alle Kommandos an Bord. Dabei kommt es nicht auf den Wortlaut an. Schmücke es aus, beschränke dich auf die notwendigsten Begriffe, ... es ist dir überlassen.

Praxis-Tipp Alle Kommandos werden wiederholt. Immer. Ausnahmslos.

Entscheidend ist einzig, dass du - als Skipper - sicher gehen kannst, dass alle wissen, was gleich passieren wird. Nur dann haben sie eine realistische Chance, die gefährlichen Stellen selbst zu erkennen und gegebenenfalls die Finger rauszunehmen.

Praxis-Tipp: Muss ich das wirklich immer machen?

Nein, natürlich nicht. Es ist nur eine Sicherheits-Standard-Faustregel.

Prüfungs-Tipp In der Prüfung halten wir uns an den "maximalen Sicherheits-Standard": Wir tun so, als würden wir einen Haufen völlig unerfahrener Landratten kutschieren.

Wenn ich mit unbekannten oder ungeübten Leuten fahre, würde ich es IMMER machen. Mehrfach. Und laut. Einfach schon um sicherzugehen, dass wir nicht umdrehen und ins Krankenhaus fahren müssen. Dabei würde ich sogar - je nach Erfahrung der Leute - auch umfangreichere Erklärungen des kommenden Manövers vorangehen lassen. Also: Was machen wir gleich? Wer macht was? Worauf muss geachtet werden? ... Und ganz am Ende dann das Kommando, bei dem ich mit jedem, der sich auf dem Boot in Gefahrenzonen befindet, Augenkontakt suchen würde um wirklich, wirklich, wirklich sichergehen zu können und mit nix vorwerfen zu müssen, wenn doch mal ein Finger gequetscht wird.

Wenn ich mit einer eingespielten Crew fahre, dann kennen wir uns. Da reicht oft eine Handbewegung oder ein kurzes »Ööööhhh!« aus, um zu wissen, was gleich abgehen wird. Warum sollten wir da irgendwelche "formalen Worte" machen, wenn es auch ohne geht?

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